Die vielen Wanderungen in Nauders und Umgebung, die Sie von unserem Wanderhotel Post in Tirol aus in Angriff nehmen können, sind gesäumt von naturbelassenem Bergpanorama, saftigen Almwiesen und dem einen oder anderen Wäldchen, auch der eine oder andere See darf nicht fehlen. Doch eine Unterrubrik der Wandertouren, die wir Ihnen hier auf dem Blog und natürlich vor Ort bei der umfassenden Beratung im Hotel gern empfehlen, sind jene mit historischer Bedeutung. Tirol und das Dreiländereck allgemein haben viel erlebt über die Jahrhunderte, und von den Einflüssen der Römer bis zu den Weltkriegen kommen Geschichtsfans hier voll auf ihre Kosten, ohne dabei auf die gesunde Bewegung an der frischen Luft und die bezaubernde Natur verzichten zu müssen.

Die wahrscheinlich bestbesuchte Wanderung dieser Art in der Gegend ist sicher die zur Panzersperre Plamort mit den „Drachenzähnen“, doch heute stellen wir Ihnen eine Wanderung vor, die zum Teil noch als Geheimtipp gilt (und das nicht nur aufgrund der doch recht anstrengenden Route): Den Kaiserschützenweg.

Geschichte und Aussicht gekonnt vereint

Den ganzen Kaiserschützenweg entlang erklären interessante Schautafeln Ihnen alles Wissenswerte rund um die Stellungen hoch auf dem Berg. Errichtet wurden sie im 1. Weltkrieg als Maßnahme gegen einen (am Ende nie eingetretenen) Durchbruch der Italiener an der Ortlerfront. Das bedeutet nicht nur, dass der Region einige Kriegsschrecken erspart blieben, sondern auch, dass die Stellungen nie beschossen wurden und deshalb außerordentlich gut erhalten sind – und jetzt von Ihnen erkundet werden können. Schützengräben, Drahtverhaue und die in den Fels geschlagenen Soldatenunterkünfte versetzen Sie zurück in die Zeit, und die engen Durchgänge und teils beklemmenden Verhältnisse lassen nur erahnen, was die Kaiserschützen, auch ohne stattgefundene Schlacht, hier oben durchmachten.

Doch nicht nur aus historischer Sicht ist diese Rundwanderung ein Geheimtipp. Durch ihre recht hohe Lage und den effizient geplanten Verlauf am Berg entlang ermöglicht er Ihnen eine Aussicht über große Teile des Dreiländerecks vom Engadin in der Schweiz über die Finstermünz-Schlucht bis zu König Ortler in Südtirol. Auch wenn Ihnen die Überreste des 1. Weltkriegs nicht unbedingt zusagen, ist diese Wanderung trotzdem eine der besten in diesem Teil Tirols für all jene, die von atemberaubendem Panorama nicht genug bekommen können!

Wandertipp: Rundwanderung Kaiserschützenweg (Einstieg bei der Festung)

Achtung: So schön die Wanderung ist, so fordernd ist sie auch. Trittsicherheit und ein wenig alpine Erfahrung sollten Sie mitbringen; bergunerfahrene Kinder und Senioren lieber zu Hause bleiben.

Fakten:

Zeit: ca. 5 h; reine Gehzeit, denn das Lesen der insg. 30 Schautafeln darf durchaus nicht vergessen werden

Schwierigkeit: mittel bis schwer; die Wanderung ist durchwegs gut befestigt und gesichert, aber grundsätzlich fordernd

Länge: 9,3 km (nur Steig ohne Aufstieg zur Festung)

Route:

Von unserem Wanderhotel Post in Nauders am Reschenpass aus folgen Sie Weg Nr. 13 zur Festung Nauders, vorbei an den ersten Zeugnissen der Geschichte, den hier deponierten Panzern. Neben der Festung taucht bald die erste Schautafel auf und markiert somit den Einstieg in den Kaiserschützenweg. 500 Höhenmeter geht es an der Nordseite der Festung vorbei den Berg hoch, über Leitern und einen engen, aber gut gesicherten Weg. Das strengste Stück ist nun bereits geschafft; nun geht es etwa 3 km durch den Wald zu den Felskavernen, in denen die Soldaten während des Kriegs (über)lebten. Zwischendurch gibt der ansonsten dichte Wald immer mal wieder einen sagenhaften Ausblick ins Tal frei, bevor schließlich die Kavernen betreten und anhand vieler Schautafeln und der in den Kavernen verbliebenen Ausrüstung und Einrichtung der Soldaten viel über das Soldatenleben im 1. Weltkrieg.

Haben Sie sich daran sattgesehen, geht es auf den höchsten Punkt der Route. Hie und da zweigen kurze Nebenpfade zu Aussichtsplätzen ab, die Ihnen das Dreiländereck, den Inn, den Reschenpass und viele weitere Naturpanoramen quasi auf dem Silbertablett präsentieren. Während Sie nun zur Zettler Alm und über Weg Nr. 2 zur Schöpfwarte und zurück zur Norbertshöhe schreiten, lockt die Aussicht nach Finstermünz und Altfinstermünz, zum Bergkastel, dem Hohen Turm und das Schweizer Engadin. Im Gasthof Norbertshöhe lässt es sich bequem rasten und den Hunger stillen, bevor der Rückweg auf Weg Nr. 1 zur Festung wartet. An der Kaiserschützen-Gedächtnisstätte endet der eigentliche Kaiserschützenweg und der Weg Nr. 13 zurück in unser Wanderhotel Post bringt Sie wieder zurück in unsere Zeit – und zu unserem top ausgestatteten Wellnessbereich, der Ihre strapazierten Muskeln wieder entspannen lassen wird!

Viele weitere Tourentipps und alles rund um das Wandern in Nauders und Umgebung finden Sie natürlich vor Ort, im Wanderurlaub im Hotel Post in Nauders am Reschenpass!

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Daniel Zangerl | TVB Tiroler Oberland | Nauders