Nauders am Reschenpass ist ein Fleckchen Erde, das wir gern unsere Heimat nennen. Auch im Winter beschenkt die Sonne das Dreiländereck mit ihren Strahlen und im Dezember, meist etwas früher, schüttelt Frau Holle ihre Betten kräftig über Nauders aus und taucht unser Hotel Post, aber auch die gesamte Umgebung in eine malerische weiße Pracht, die zum darin Wandern und die einmalige winterliche Stimmung genießen einlädt.

Einen kleinen Nachteil hat das Winterwandern gegenüber den Exkursionen im Sommer und Herbst jedoch: Die Temperaturen. Viele der Touren rund um Nauders sind im Winter abschnittsweise etwas schattig oder führen in Höhen jenseits der 2000 Meter, was sich, besonders bei bewölktem Wetter und Wind, schnell einmal negativ bemerkbar machen kann. Das heißt, wenn man sich nicht den Anforderungen entsprechend anzieht! Um Ihnen das zu ersparen, haben wir vom Wanderhotel Post in Nauders am Reschenpass Ihnen hier einige Tipps zusammengestellt, wie Sie sich für das Wandern im Schnee einkleiden, ohne gleich mit einer kompletten Alpinausrüstung für vierstellige Eurobeträge das Budget zu sprengen. Denn es gilt auch hier, wie bei so vielem Sport- und Freizeitzubehör, teurer ist nicht unbedingt besser, oder zumindest vonnöten:

Sichtbarkeit rettet Leben

Unabhängig von der Wahl Ihrer Ausrüstung sollten Sie grelle oder zumindest auffallende Farben und reflektierende Elemente wählen. Modische Bedenken können Ihnen auf dem Berg egal sein (und es gibt doch auch wunderschöne Modelle), aber vor allem ist die früh einsetzende Dunkelheit ein nicht zu unterschätzender Faktor des Winterwanderns. Am Beginn einer frühmorgendlichen Gipfeltour oder bei der spätnächtlichen Rückkehr vom Einkehrschwung kann es mitunter stockfinster sein, was bei Strecken, die befahrene Straßen oder Bike-Wege queren, nicht optimal ist. Im schlimmsten Falle (man hofft ja es nie zu brauchen) kann eine auffallende Kleidung auch Leben retten, wenn bei einem Notfall schnell der Verletzte gefunden werden soll.

Schicht für Schicht zum warmen Wandervergnügen

Das Um und Auf des wohlig warmen Wanderlooks ist das Zwiebelprinzip, d.h. das Anziehen von verschiedenen, individuelle aus- und anziehbaren Schichten je nach Bedarf und Außentemperatur. Denn dass man mit zu wenig Kleidung friert, liegt in der Natur der Dinge, packen Sie sich zu dick oder mit den falschen Materialien ein schwitzen Sie aber und kühlen dadurch auch schneller aus, was denselben Effekt hat.

Ihren nackten Körper und die Außenwelt sollten im Durchschnitt mehrere Schichten trennen, etwa vier bis sechs je nach geplantem Ziel (im windigen Hochgebirge z.B. mehr als auf einem Spazierweg im Wald). Die erste Schicht ist naturgemäß die Unterwäsche; hier sollten Sie auf Baumwolle verzichten, da sie sich schnell vollsaugt und den Schweiß nicht abgibt; Funktionsunterwäsche aus Polypropylenen bietet denselben Komfort mit angenehmer Belüftung.

Die nächsten Schichten vor der „Außenhaut“ (dazu gleich mehr) können Sie nach Wetterlage und Präferenz auswählen. Ein Funktionsshirt oder -Hemd und darüber eine dünne Fleecejacke oder Daunenweste, die atmungsaktiv sind und sich bei Bedarf schnell an- und ausziehen lassen sind hier für 90% der Winterwanderer ausreichend und sprengen nicht die Geldbörse.

Barriere gegen Wind und Wetter

Nur die letzte Schicht Ihrer Winterausrüstung, also Jacke und Hose, dürfen gern etwas spezieller sein. Atmungsaktiv und wind- und wasserfest müssen sie sowieso sein, doch auch nützliche Details wie Belüftungsreißverschlüsse, Befestigungen für Handschuhe, mehrere Kapuzen unterschiedlicher Größe oder Verschluss bis zur Nasenspitze können recht praktisch sein. Wirklich brauchen tut es diese zwar nicht, aber wer weiß?

Last but not least die Füße. Gut sitzende, warme Wandersocken und -stiefel ohne Druckstellen verursachenden Schnitt, die Sie wahrscheinlich auch im Herbst verwenden, reichen hier aus, solange sie atmungsaktiv und rutschfest sind und Ihnen auch nach stundenlangem Tragen ohne Schmerzen gut passen. Der einzige Unterschied ist die wünschenswerte Schneeschuhtauglichkeit, wenn die zu begehende Schneedecke über 20–25cm tief sein wird.

Kopf und Hände

Das alles ist natürlich eher nutzlos, wenn Ihnen Kopf und Hände trotzdem abfrieren. Klingt nach einem Scherz, doch Erfrierungen an Kopf, Händen und je nach Schnitt der Jacke auch im Halsbereich kommen öfter vor, als man denken möchte, da sich manche Wanderer für „hart“ genug halten, das bei kürzeren Wanderungen schon auszuhalten. Aber keine Angst, wirklich kompliziert wird auch hier nichts: Angenehm und sicher, aber nicht eng sitzende Mütze oder Haube, ein Schal und Handschuhe, die auch mit Reißverschlüssen oder Wanderstöcken zurechtkommen ohne sie ausziehen zu müssen, sind keine Hexerei – aber ein wichtiger Teil der Winterwanderausrüstung. 

© Florian Albert | TVB Tiroler Oberland | Nauders